2022 saß ich alleine im Zug von Berlin nach Istanbul.
Mein Plan war grob gesteckt: Ich wollte in jedem Land verstehen, wie Bildung funktioniert. Aber wie das beim Interrail so ist: Man hat zwar eine Richtung, aber die besten Momente entstehen, wenn man spontan die Route ändert und sich auf neue Begegnungen einlässt.
Diese Reise war für mich der Moment, in dem aus Theorie ein echtes Gefühl wurde: Ich bin Teil eines globalen Netzwerks.
In Österreich habe ich bei der Sommerakademie den unglaublichen Zusammenhalt der Fellows erlebt.
In Rumänien habe ich von einer Alumna gelernt, wie man Gewalt an Schulen wirklich begegnet.
In Istanbul traf ich schließlich Jude (Teach For All) – und dort hat es Klick gemacht.
Als ich 2023 nach meinem Fellowship die erste BO-Managerin an meiner Schule wurde, stand ich vor einer leeren Leinwand. Ich wusste: Wenn ich hier etwas bewegen will, brauche ich Inspiration von außen.
Jude gab mir damals den entscheidenden Anstoß. Er hatte in Großbritannien schon vor langer Zeit das Konzept der „Career Leader“ implementiert – die Idee, Lehrkräfte strategisch so auszubilden, dass sie Berufsorientierung professionell steuern können.
Heute, im Jahr 2025, ist aus dieser ersten Stelle eine ganze Abteilung geworden.
Wir arbeiten mittlerweile fest im internationalen Austausch mit Partnern in UK und Spanien und bringen uns in der „Future of Work“-Initiative von Teach For All ein.
Dass ich gerade erst vom Global Salzburg Forum zurückkomme, um über die Zukunft der Ausbildung zu sprechen, zeigt mir wieder:
Man braucht einen Plan, um loszufahren. Aber man braucht das globale Netzwerk, um zu wissen, an welcher Station es sich lohnt, auszusteigen und neue Wege zu bauen.
Danke an Tarek Chehidi und alle im lokalen und internationalen Netzwerk, die mich auf dieser Reise – auf Schienen und im Beruf – unterstützt haben.
Über Heike Yürgüc
Heike war 2021 Fellow an der Willy-Brandt-Schule in Berlin.
Heute leitet sie bei der IHK Berlin den Bereich Berufsorientierung und arbeitet mit langjähriger Erfahrung in Bildungs- und Wirtschaftsprojekten an wirkungsorientierten Konzepten an der Schnittstelle von Schule und Wirtschaft. Ihr Fokus liegt auf strategischer Planung, starken Netzwerken und der Frage, was junge Menschen wirklich in ihrer beruflichen Orientierung unterstützt.