1. Juli 2026

„Ich wollte nicht länger reiche Menschen noch reicher machen“ – Stefans Weg von der Finanzwelt ins Klassenzimmer

Vor seinem Einstieg bei Teach First Deutschland blickte Stefan auf fast zwanzig Jahre Berufserfahrung im Finanzbereich zurück. Seine letzte Station war ein Fintech-Unternehmen – ein Job, der immer weniger erfüllend wurde: „Ich war unter Druck, mir hat das nicht gut gefallen und ich habe mich gefragt, wieso ich diese Tätigkeit überhaupt mache.“

Die Frage, ob er weiterhin zur Vermehrung von Reichtum beitragen wollte, beantwortete er mit einem klaren Nein. Stattdessen entschied sich Stefan bewusst für einen beruflichen Neustart: 

„Ich wollte nicht mehr arbeiten gehen, um reiche Menschen reicher zu machen, sondern etwas tun, das wirklich Sinn stiftet.“

Fotoscredits: Teach For Austria

Ein Perspektivwechsel: beruflich wie menschlich

Sein sozialer Einsatz war kein Zufall. Bereits vor dem Fellowship engagierte sich Stefan ehrenamtlich, unter anderem in der Geflüchtetenhilfe. Als er schließlich den Zuschlag für einen Einsatz an einer Schule in Stuttgart bekam – in einer Vorbereitungsklasse für neu zugewanderte Schüler:innen – war die Freude groß. Dort erlebte er hautnah, was es bedeutet, Bildung unter herausfordernden Bedingungen zu gestalten.

„Man kommt ein bisschen raus aus der Bildungsbürgertums-Bubble“, sagt Stefan rückblickend. Situationen, die ihm vorher fremd waren, haben ihn tief geprägt und letztlich gestärkt. Stefan hat gelernt, schwierige Situationen zu bewältigen. Das hilft ihm heute in seinem (Arbeits-)Alltag enorm weiter.

Vom Klassenzimmer in die GLS Bank und nicht ohne Wirkung

Heute arbeitet Stefan bei der GLS Bank – einem Arbeitgeber, der sich für sozial-ökologische Finanzlösungen starkmacht. Seine Zeit bei Teach First Deutschland war ein Türöffner.

„Ich wäre wahrscheinlich nicht dort, wenn ich das Fellowship nicht gemacht hätte.“

  • Stefan Baumann

Ein Rat für neue Fellows

Die Verbindung von sozialem Engagement und beruflicher Verantwortung prägt heute seinen Arbeitsalltag.

Was bleibt, ist eine klare Haltung und der Wunsch, andere zu inspirieren. „Ich kann jedem empfehlen, das zu machen – gerade, wenn ihr das Gefühl habt, in einer Sackgasse zu stecken.“ Stefan bietet anderen Interessierten ausdrücklich den Austausch an und sieht das Fellowship nicht nur als Karriereimpuls, sondern als persönliche Weiterentwicklung.

Stefans Geschichte zeigt, wie stark ein Perspektivwechsel wirken kann und dass es nie zu spät ist, sich für Sinn, Bildung und gesellschaftlichen Wandel zu entscheiden. Sein Appell ist klar: Geht den Schritt – es lohnt sich.

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