Manchmal wird Wirkung greifbar. Nicht, weil sie über Nacht entsteht, sondern weil ein Moment sie bündelt: ein Preis, ein Satz, eine Haltung, die im Schulalltag jeden Tags aufs Neue gelebt wird.
Ein solcher Moment ist die Auszeichnung von Fatma Kan, Deutsch- und Englischlehrerin an der Quinoa-Schule in Berlin, mit dem Deutschen Lehrkräftepreis. Und genau so ein Moment ist es auch für uns, weil Quinoa eine Geschichte erzählt, die wir bei Teach First Deutschland immer wieder sehen: Aus Erfahrung wird Verantwortung und aus Verantwortung wird Gestaltung.
Und ein Satz aus dem Kontext dieser Auszeichnung bringt auf den Punkt, worum es dabei im Kern geht:
„Ich habe hohe Erwartungen und ein großes Herz.“
– Fatma Kan
Hohe Erwartungen und Beziehung als Fundament
Dieser Satz ist mehr als ein schönes Zitat. Er beschreibt die tägliche Balance, die gute Schule braucht: Klarheit und Anspruch und gleichzeitig Wärme, Verlässlichkeit und echtes Interesse an den Schüler:innen.
Denn Bildungsgerechtigkeit entscheidet sich nicht nur in Konzepten oder Reformpapieren. Sie entscheidet sich auch im Klassenzimmer, in der Art, wie wir Schüler:innen ansehen: als Problem oder als Potenzial.
Ein Gedanke aus der Quinoa-Schulleitung trifft genau diesen Punkt:
„Eine wichtige Haltung, die mich im Alltag begleitet, ist der Glaube daran, dass unsere Schüler:innen etwas erreichen können – und dass sie erstmal mit den positivsten Absichten in die Schule kommen.“
– Pantelis Pavlakidis
Diese Haltung ist kein „Optimismus um jeden Preis“. Sie ist eine bewusste Entscheidung, zuerst die Stärke zu sehen und nicht das, was (noch) nicht funktioniert. Und sie kann ansteckend sein: Wenn Jugendliche erleben, dass jemand ihnen zutraut, Dinge zu verändern, wächst auch ihr eigener Anspruch an das, was möglich ist.
Quinoa: Schule anders denken – aus der Praxis heraus
Die Quinoa-Schule steht für ein Schulmodell, das konsequent von den Bedürfnissen der Jugendlichen her gedacht ist: Beziehung, Unterstützung, Orientierung und ein klarer Anspruch, dass Leistung und Perspektive nicht vom sozialen und kulturellen Hintergrund abhängen dürfen.
Dass eine Lehrkraft aus diesem Kontext ausgezeichnet wird, ist ein wichtiges Signal: Es würdigt nicht nur individuelles Engagement, sondern auch die Kultur, die Schule möglich macht – eine Kultur, in der Erwartung und Herz zusammengehören.
Von Teach First in die Schule und weiter in die Gestaltung
Besonders nah ist uns diese Geschichte, weil Quinoa Bildung von Teach First Deutschland Alumnae:i gegründet wurde. Für uns ist das ein Beispiel dafür, was wir oft beobachten: Das Fellowship endet nicht nach zwei Jahren. Es verändert Blickwinkel und es öffnet Wege, Bildung langfristig mitzugestalten.
Ein Alumnae:i-Zitat bringt gut auf den Punkt, was diese Erfahrung hinterlassen kann:
„Bei Teach First Deutschland habe ich gelernt, wie Unterricht funktioniert – und das ist etwas, das ich jeden Tag in meinem Alltag einsetze.“ (Pantelis Pavlakidis)
Und noch etwas ist zentral: der Blick auf Entwicklung. Nicht als entweder-oder, sondern als Prozess – dieses „noch“, das Möglichkeiten offenhält. Es ist eine Haltung, die Lehrkräfte brauchen, um Jugendliche zu stärken und die auch Menschen stärkt, die in Bildung Verantwortung übernehmen.
Vom Kleinen zum Großen: Veränderung von innen anstoßen
Natürlich: Eine Schule allein verändert nicht das ganze System. Und ein Preis allein löst keine strukturellen Herausforderungen.
Aber solche Geschichten zeigen etwas sehr Konkretes: Veränderung beginnt oft innen. In Menschen, die mit einer anderen Haltung in Schule gehen. In Teams, die konsequent an Beziehung und Anspruch arbeiten. In Alumnae:i, die nach ihren Erfahrungen nicht wegschauen, sondern gestalten, bis hin zur Schulgründung.
Teach First Deutschland bringt genau solche Menschen ins System: Menschen, die hinschauen, Verantwortung übernehmen und in ihrem Umfeld Impulse setzen: Im Klassenzimmer, im Kollegium, in der Schulentwicklung und darüber hinaus.
Deine Geschichte?
Wir möchten solche Wege sichtbarer machen, weil sie zeigen, dass Bildung gerechter werden kann, wenn Menschen dranbleiben.
Wenn du eine Teach First Deutschland-Geschichte hast, die wir erzählen sollten – aus dem Fellowship, aus deinem weiteren Weg oder aus Projekten, die du angestoßen hast, melde dich gern bei uns.